06. Juni 2026
Dan-Modulprüfung in Beckum unter besonderen Vorzeichen
Die Dan-Modulprüfung am 06. Juni 2026 in Beckum stand unter besonderen Rahmenbedingungen. Bereits im Vorfeld war absehbar, dass mehrere Judoka aufgrund akuter Verletzungen oder gesundheitlicher Einschränkungen nicht wie geplant antreten konnten. Weitere Teilnehmende stellten sich der Prüfung trotz bestehender Blessuren und bewiesen damit großen Einsatzwillen.
Im Mittelpunkt des Prüfungstages stand für die meisten Anwärterinnen und Anwärter die Nage-no-kata. Darüber hinaus nutzten einige Teilnehmende die Gelegenheit, noch ausstehende Module aus den Bereichen Nage-waza oder Katame-waza nachzuholen. Deutlich wurde, dass viele Prüflinge auf den Lehrgängen und in ihren Vereinen über einen längeren Zeitraum intensiv und zielgerichtet auf die Prüfung hingearbeitet worden war.
Die kurzfristigen Ausfälle stellten insbesondere die Kata-Paare vor große Herausforderungen. Mehrere Judoka mussten sich in kurzer Zeit um Ersatz-Uke bemühen, obwohl die Vorbereitung auf die Nage-no-kata üblicherweise über einen längeren Zeitraum gemeinsam erfolgt. Umso erfreulicher war die ausgeprägte Hilfsbereitschaft innerhalb der Gruppe: Lehrgangsteilnehmende erklärten sich spontan bereit, für ausgefallene Partner einzuspringen und trugen so wesentlich zum Gelingen des Prüfungstages bei. In Einzelfällen übernahmen Judoka zusätzlich zu ihren eigenen Prüfungsleistungen mehrere weitere Einsätze als Uke – ein bemerkenswertes Beispiel für gelebte Judowerte und gegenseitige Unterstützung.
Trotz der erschwerten Bedingungen konnten die betroffenen Anwärterinnen und Anwärter ihre Leistungen erfolgreich abrufen und die Anforderungen zum 1. Dan erfüllen.
Besonders hervorzuheben sind diejenigen Anwärterinnen und Anwärter, die trotz nicht unerheblicher Verletzungen antraten. Teilweise mit getapten Füßen oder anderen Einschränkungen bissen sie sich sprichwörtlich durch ihre Programme und zeigten konzentrierte, stabile Leistungen. Melanie gelang es, trotz eines vermutlich gebrochenen oder angebrochenen großen Zehs und eines kurzfristig neu gefundenen Uke in der Nage-no-kata zu überzeugen und damit ihr letztes Modul zum 1. Dan erfolgreich abzuschließen. Emily hatte ebenfalls -bereits einige Wochen vor der Prüfung - einen Zeh gebrochen und konnte sich nur eingeschränkt vorbereiten. Umso bemerkenswerter, dass Emily an diesem Tag eine der besten Katas demonstrierte. Gerold absolvierte an diesem Tag gleich alle drei Module und war bei insgesamt drei anderen Anwärter*innen Uke. - Solche Prüflinge stehen beispielhaft für Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Partner, Hilfsbereitschaft und hohen persönlichen Einsatz.
Nicht alle Teilnehmenden konnten die Anforderungen an diesem Tag vollständig erfüllen. Neben der besonderen Prüfungssituation zeigte sich, dass eine erfolgreiche Dan-Vorbereitung neben Trainingsfleiß auch eine gezielte Auseinandersetzung mit den Prüfungsinhalten erfordert. Insbesondere in der Kata sind ein tiefes Verständnis der Inhalte sowie die kontinuierliche Arbeit an technischen Details und Zusammenhängen wichtige Erfolgsfaktoren. Die gezeigten Leistungen bieten jedoch eine solide Grundlage für die weitere Vorbereitung auf einen künftigen Prüfungsantritt.
Die folgenden Judoka konnten ihre Module erfolgreich abschließen: Christian Bünnigmann, Martha Buschjäger, Dusan Grguric, Martin Kaiser, Nico Linkies, Paul Arif Schneider und Sven Veuhoff.
Zum 1. Dan wurden Melanie Bücker, Emily Wiebe und Gerold Lackenberg graduiert. Herzlichen Glückwunsch zu dieser verdienten Leistung.
Die Prüfung wurde von Michael Kaempf (6. Dan) und Heinz Aschhoff (6. Dan) abgenommen. Die erfahrene Prüfungskommission bewertete die gezeigten Leistungen aufmerksam, anspruchsvoll und zugleich fair.
Den verletzten Judoka, die nicht antreten konnten, wünschen wir eine schnelle Genesung und viel Erfolg bei einem der kommenden Graduierungstermine. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen war die Dan-Modulprüfung in Beckum geprägt von großem Engagement, gegenseitiger Unterstützung und einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein. Damit setzte sie ein starkes Zeichen für die Werte des Judosports – auf und neben der Matte.